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Kategorie: Frühe Neuzeit

5. September 1626: Kurbayerische Pläne nach dem Sieg bei Lutter

Der Sieg Tillys über Christian IV. von Dänemark bei Lutter am Barenberg gab auch dem bayerischen Kurfürsten politischen Auftrieb. Kaum daß die Nachricht in München eingetroffen war, schickte der Kurfürst einen Kurier nach Wien. Maximilian schwärmte von der „sehr ansehenliche[n] sigreiche[n] victori wider den Khönig in Dennemarkh“, die aus seinem Verständnis „der Allmechtige Gott zu bezeüg: vnd erzaigung seiner mit dem Catholischen hause vnd dessen gerechter Sachen immerdar haltenden beharrlichen assistenz meinem General Leutenant dem Grauen von Tilli […] gnediglich erthailt“ hatte1. Auch wenn … „5. September 1626: Kurbayerische Pläne nach dem Sieg bei Lutter“ weiterlesen

27. August 1626: Flugschriften zur Schlacht bei Lutter am Barenberge

Im Sommer 1626 rückte die Armee der Liga weiter vor. Nachdem Tilly am 11. August Göttingen eingenommen hatte, wandte er sich gegen Nordheim, als ihn die Nachricht erreichte, daß die Armee Christians IV. aufgebrochen war und am 16. August ihrerseits Nordheim erreichte. Bevor Tilly auf den Feind traf, wollte er jedoch Verstärkungen abwarten, die ihm von Wallenstein zugesagt worden waren. Dies gelang auch, und so fühlte sich der Feldherr der Liga für ein Treffen gegen die dänischen Truppen gewappnet. Umgekehrt zauderte nun Christian IV., … „27. August 1626: Flugschriften zur Schlacht bei Lutter am Barenberge“ weiterlesen

27. August 2026: Eine Kirche für den Pfalzgrafen

Schon seit 1621 befand sich Friedrich von der Pfalz, der geächtete König von Böhmen, im Haager Exil. Die Hoffnung auf eine schnelle Rückkehr in seine verlorenen Stammlande war schnell zerstoben, längst richtete sich der Pfälzer Hof bei den Generalstaaten ein. Über die Situation dort informierte immer wieder auch die damalige Publizistik. So berichtete Gregor Wintermonat im August 1626 in seiner Historischen Relation über eine „sonderliche Kirchen“, die Friedrich von der Pfalz in Den Haag erhalten hatte1. Dort sollte es nun Predigten in „Hochteutscher“ Sprache … „27. August 2026: Eine Kirche für den Pfalzgrafen“ weiterlesen

9. August 1626: Besuch in Alkmar

Immer noch befand sich Christian II. von Anhalt-Bernburg mit seiner Frau auf der Hochzeitsreise, und immer noch hielt sich die junge Familie in den Niederlanden auf1. Weit weg von den militärischen Entscheidungen, die sich im Reich anbahnten, schaute sich der Anhaltiner Fürst bei den Generalstaaten um und machte dort unterschiedliche Erfahrungen. In Harderwijk hatte die Familie ihr Quartier aufgeschlagen. Vor dort brach Christian am 7. August 1626 mit zwei Begleitern zu Pferd auf und besuchten einige Orte und Städte im weiteren Umland. Sie kamen … „9. August 1626: Besuch in Alkmar“ weiterlesen

7. August 1626: Der Blutbann für Breitenegg?

Auch wenn Tilly im Niedersächsischen Reichskreis die Truppen der Liga kommandierte, kümmerte er sich weiterhin um seinen eigenen Besitz. Vor mehr als zwei Jahren hatte Maximilian von Bayern seinem Feldherrn die Herrschaft Breitenegg in der Oberpfalz übertragen. Die Ausgestaltung dieses Besitzes war jedoch nach wie vor ein nicht abgeschlossenes Thema. Dies zeigte sich im Sommer 1626, als sich Victorio Gilg an den bayerischen Kurfürsten wandte1. Tilly hatte Gilg zum Pfleger in seiner Herrschaft Breitenegg bestellt, so daß man davon ausgehen konnte, daß dessen Schreiben … „7. August 1626: Der Blutbann für Breitenegg?“ weiterlesen

23. Juli 1626: Der Kaiser greift in Osnabrück ein

Es kam eher selten vor, daß die Ritterschaft des Hochstifts Osnabrück ein kaiserliches Schreiben erhielt. Im Juli 1626 hielt es Ferdinand II. aber für nötig, sich an die Landstände dieses Territoriums zu wenden. Denn er hatte etwas klarzustellen, was „kurz vor diser zeit“, wie es in seinem Schreiben hieß, passiert war. Tatsächlich handelte es sich um die Einnahme Osnabrücks durch Truppen des dänischen Königs im März 1626. Angeführt von Johann Ernst von Sachsen-Weimar, der in diesem Heer als General der Kavallerie diente, rückten ein … „23. Juli 1626: Der Kaiser greift in Osnabrück ein“ weiterlesen

21./23. Juli 1626: Kriegsbelastungen im Amt Belzig und in Wittenberg

Auch wenn sich ein Landesherr nicht aktiv in kriegerische Auseinandersetzungen einmischte, waren seine Territorien nicht vor den Auswirkungen ders Kriegs gefeit. Wie immer reichte es schon, wenn Truppen in der Nähe einquartiert waren. Diese Erfahrung machte im Juli 1626 der Kurkreis, d.h. das nördlichste Territorium des Kurfürstentums Sachsen. Dies grenzte an das Fürstentum Anhalt, im Norden aber Kurbrandenburg, wo in der Zeit Mansfeld operierte, der seine Truppen nach der Niederlage an der Dessauer Brücke neu organisiert hatte1. Die kaiserlichen Truppen unter Wallenstein befanden sich … „21./23. Juli 1626: Kriegsbelastungen im Amt Belzig und in Wittenberg“ weiterlesen

10. Juli 1626: Angst vor der Pest

Wie in vielen anderen Territorien des Heiligen Römischen Reichs gab es auch in Kursachsen eine Landesverteidigung, in der die Untertanen in einem Defensionswerk für den militärischen Schutz der eigenen Lande organisiert waren. Auch die Stadt Naumburg stellte ein Fähnlein „Defensionisten“, wie sie sich nannten. Eingesetzt war diese Einheit nicht in ihrer Heimatstadt, sondern in Eisleben. Dorthin waren sie bereits im März 1626 abkommandiert worden. Doch Ende Juni wurden sie aus diesem Dienst entlassen, damit sie am Petri- und Pauli-Markt in Naumburg teilnehmen konnten: offenbar … „10. Juli 1626: Angst vor der Pest“ weiterlesen

9. Juli 1626: Warum Tilly nicht mit Wallenstein kooperieren will

Seit Monaten gab es endlich die so lange ersehnte Verstärkung an kaiserlichen Truppen im Feld. Die Klagen der Katholischen Liga, den Krieg gegen die vielen Feinde des Kaisers allein führen zu müssen, sollten sich erledigt haben. Doch nun tauchten andere Probleme auf. Dies wurde im Sommer 1626 deutlich, als die Frage im Raum stand, wie die Truppen Tillys und Wallensteins zusammen agieren sollten. Am 9. Juli 1626 schickte Tilly an Wallenstein ein Schreiben, in dem er die „Coniunctur“, wie das Zusammenwirken und die Kooperation … „9. Juli 1626: Warum Tilly nicht mit Wallenstein kooperieren will“ weiterlesen

22. Juni 1626: Ein hessischer Kommunikationstag in Kassel

Als Feldherr kämpfte Tilly vor allem gegen die Truppen Christians IV. von Dänemark und auch Mansfelds. Doch schon seit längerer Zeit fühlte er sich ausgesprochen unsicher wegen der politischen Entwicklung in Hessen-Kassel. Vieles deutete darauf hin, daß Landgraf Moritz die Unternehmungen der Feinde des Kaisers tatkräftig unterstützte. Selbst die Belagerung Mündens erklärte er mit dem Argument, daß die Stadt in konspirativem Kontakt zum hessischen Landgraf stünde1. Deswegen überraschte es nicht, daß Tilly auch auf die politische Entwicklung in Hessen-Kassel weiter Einfluß nehmen wollte. Ein … „22. Juni 1626: Ein hessischer Kommunikationstag in Kassel“ weiterlesen

Frühjahr 1626: Eine heilsame Quelle entspringt

Während in Oberösterreich die Bauern einen Aufstand organisierten1, ereignete sich in Niederösterreich ein Wunder. So nahmen es zumindest die Zeitgenossen wahr, wie es immer wieder in diesen Jahren passierte: oft wurde eine derartige Erscheinung als göttliche Warnung gedeutet, manchmal aber verstand man das Ereignis als tröstend und hilfreich. So verhielt es sich, als „ein wenig ausserhalb Leoperstorff“2 urplötzlich eine neue Quelle entsprang. Das Wasser stellte sich als heilbringend dar, indem „die darvon trinckende / von allerley Kranckheiten vnd Gebrechen erlediget vnd geheilet werden“. Die … „Frühjahr 1626: Eine heilsame Quelle entspringt“ weiterlesen

18. Juni 1626: Totengeläut für Christian von Braunschweig

Seit vielen Jahren war Christian von Braunschweig als Parteigänger des Pfalzgrafen Friedrich aufgetreten und hatte sich dabei als hartnäckiger Gegner Habsburgs erwiesen. Und ungeachtet einiger Rückschläge hatte er immer wieder neue Armeen gegen den Kaiser und seine Verbündeten organisiert. Im Frühsommer 1626 aber erkrankte der Fürst schwer, am 16. Juni 1626 verstarb er. Zwei Tage verfügte das braunschweigische Konsistorium und die dortigen Kirchenräte, daß dem verstorbenen Fürsten „die letzte Ehr mit dem Geleut erzeigt werde“1. So wünschte es sich der regierende Herzog („auff empfangenen … „18. Juni 1626: Totengeläut für Christian von Braunschweig“ weiterlesen

9. Juni 1626: Tilly nimmt Münden ein

Ende Mai 1626 ergriffen die Truppen der Katholischen Liga wieder die Initiative und griffen in den Raum zwischen Weser und Leine aus; insbesondere die drei Städte Göttingen, Northeim und Münden standen im Fokus. Sie waren allesamt noch unbezwungen, insbesondere die letztere von den dreien hatte sich vor Wochen schon als rebellisch erwiesen1: Gegen sie rückte Tilly zuerst vor. Am 6. Juni 1626 kamen seine Truppen vor Münden an. Eine erste Aufforderung zur Übergabe wurde abgewiesen, worauf die förmliche Belagerung begann. Tilly ließ die Stadt … „9. Juni 1626: Tilly nimmt Münden ein“ weiterlesen

5. Juni 1626: Die Reichsstadt Dortmund wendet sich an die Infantin

Während sich die großen Operationen der Kriegsparteien im Niedersächsischen Reichskreis abspielten, herrschte in anderen Regionen nur trügerische Ruhe. Wo Truppen einquartiert waren, war die Lage angespannt, und immer wieder kam es zu Vorfällen, die schnell eskalieren konnten. Eine solche Episode ereignete sich im Juni 1626 bei der Reichsstadt Dortmund. Dort wurde am 3. Juni 1626 ein Konvoi, bestehen aus einigen Wagen, kaum daß er an der Schildwache des Stadttores vorbei gefahren war, von einem Trupp generalstaatischer Soldaten überfallen1. Sie führten alle Wagen und Pferde … „5. Juni 1626: Die Reichsstadt Dortmund wendet sich an die Infantin“ weiterlesen

28. Mai 1626: Ein florentinischer Prinz kündigt sich an

Krieg war ein Geschäft. Dieses Phänomen ist schon des öfteren hier angesprochen worden. Doch nicht alle Offiziere waren Kriegsunternehmer. Es gab auch einige junge Adlige, die aus Interesse am Kriegswesen ins Heerlager zogen. Ein Feldlager war immer auch eine Form der Kriegsschule, die im Gegensatz zu einem theoretischen Studium und den Übungen einer Fechtschule die Realität des Kriegs nahebrachte. Der Begriff des Schlachtenbummlers hört sich etwas zu leichtfertig an, trifft es aber durchaus. Zeitgenössisch sprach man von „Aventuriers“, Abenteurern also, womit man auch eine … „28. Mai 1626: Ein florentinischer Prinz kündigt sich an“ weiterlesen

24. Mai 1626: Die Festung Coevorden wird besichtigt

Mitunter war es von Vorteil, wenn man die heimatlichen Lande verlassen und sich in eine ruhigere Region absetzen konnte. So tat es die junge Familie Christians II. von Anhalt-Bernberg, der schon 1625 mit seiner Frau auf Hochzeitsreise ging und sich dabei eine ganze Weile in der Grafschaft Bentheim aufhielt1. Die Nachrichten aus der Heimat, die er erhielt, verhießen nicht viel Gutes. So erfuhr er am 18. Mai 1626 von weiteren Einquartierungen kaiserlicher Truppen im Anhaltischen, so daß „alles verderbt wirdt“2. Aber Christian wollte ohnehin … „24. Mai 1626: Die Festung Coevorden wird besichtigt“ weiterlesen

16. Mai 1626: Die oberösterreichischen Bauern begehren auf

Auch wenn man vom Böhmischen Feldzug im Jahr 1620 spricht, wandten sich die Truppen der Katholischen Liga damals zunächst nach Österreich und brachten dort auch Oberösterreich, das Land ob der Enns, wie man es zeitgenössisch meist nannte, unter bayerische Kontrolle. Das blieb auch so, als sich die Operation dann weiter nach Böhmen und in den Folgejahren wieder ins Reich zurückverlagerten. Der Grund war einfach: Maximilian von Bayern hielt das Land besetzt, weil er als territoriales Pfand für die Erstattung der ihm entstandenen Kriegskosten betrachtete. … „16. Mai 1626: Die oberösterreichischen Bauern begehren auf“ weiterlesen